W. Siebeck will den Hunger in Afrika beseitigen.

Deutlich sichtbar: Wolfram Siebecks Fressspur in der Sahelzone
Wolfram Siebeck, seines Zeichens Cartoonist, Landwirtschaftsordensträger, Bundesverdienstkreuzträger, Ehrenzeichenträger, Kochbuchautor, Kolumnist, Pariser Bistrofan, Gastronomiekritiker und Gourmetpapst, fiel in den letzten Jahren besonders dadurch auf, dass er sich vorwiegend durch deutsche Restaurants soff und fraß, anschließend deren Speisen, Weine und Interieur mittels “Zeit-Magazin” in Schriftform öffentlich hinrichtete und dafür von Helmut Schmidts Hauspostille (“Zeit”) auch noch großzügige finanzielle Zuwendungen erhielt, wodurch sich sein Wohlstandsbauch ballonartig über den ganzen Körper ausbreitete und er die ihm vermachten Orden auf der Bauchoberseite allen daran interessierten und uninteressierten Personen zur Schau stellen konnte…
Man fragt sich, wie es Wolfram Siebeck wohl geschafft hat, 80 Jahre zu überleben, ohne von einem ostdeutschen Restaurantbesitzer hinterrücks ermeuchelt worden zu sein. Diese Frage kann ich meiner Leserschaft auch nicht beantworten - ich weiß nur, dass, wäre ich Restaurantbesitzer und Meckersack Siebeck hätte mich zu später Stund heimgesucht, ich ihn (mitsamt seiner Orden) langsam und stückchenweise durch den Fleischwolf gedreht und anschließend einem Rudel hungriger fünf Sterne Gourmet-Wölfe zum Fraß vorgeworfen hätte, mit der Erwartungshaltung, dass sich die Wolfsfamilie an der fett- und cholesterinreichen Kost erlabt und mich nicht in einem wölfischen Gourmetführer vierteilt oder an den Pranger stellt.
Einer seiner letzten Restaurant-Kreuzzüge führte das divenhafte Küchenmonster gegen ostdeutsche Restaurants. Titel des mehrteiligen Kreuzzugs: “Wolfram Siebeck isst im Osten”. Mit Hut und Schal ausstaffiert, schlang der ewig nörgelnde Küchenschreck “Thüringer Bratentopf”, “Leipziger Allerlei”, “Forellenfilets”, “Bratwürste”, “Blut- und Leberwürste”, “Kalbskopf”, “Carpaccio”, undnochvielmehr in sich hinein - dazu mehrere Hektoliter Rot- und Weißwein, der gemäß seiner Meinung nach korkte, obwohl mittlerweile mit Schraubverschluss versehen. Kurzum: Siebeck fraß sich ähnlich der Raupe Nimmersatt durch den Osten Deutschlands, nur mit dem Unterschied, dass die Raupe Nimmersatt nach vollzogener Nahrungsaufnahme und Erreichung des totalen Sättigungsgrades, niemals übers Essen nörgelte und Pamphlete verfasste.
Was Wolfram Siebeck während seines ostdeutschen Kreuzzuges wegfraß, hätte mehrere in der Sahelzone ansässige Nomadenstämme über Jahrzehnte hinweg ernähren können. Das lässt aufschrecken, zumal Siebeck bereits ankündigte, dass er seinen Schaffensraum (besser gesagt: “seine Futterplätze”) auf den afrikanischen Kontinent ausdehnen werde.
Für den Pseudolus-Verlag Grund genug, mit dem Gourmetpapst Wolfram Siebeck ein ausführliches Interview zu führen.
Dr. Satori (Pseudolus-Verlag):
Herr Siebeck, was haben Sie heute gefrühstückt?
Siebeck:
Morgens gab es bei mir Kaffee - aber nicht irgendeinen Kaffee, sondern philippinischen Kaffee, der aus dem Kot der Zibetkatze gewonnen wird. 100 Gramm kosten ungefähr 500.- €. Anschließend gönnte ich mir zwei Döschen leckersten Beluga-Kaviar. Er stammt vom Beluga Stör, der im Kaspischen Meer zuhause ist. Ein Gramm kostet ungefähr 7.- €. Das alles machte mich aber noch nicht satt. Auf meinem morgendlichen Speiseplan standen anschließend 3 europäische Hummer. Das Kilo kostet so um die 60.- €
Dr. Satori:
Jeden Morgen ein Frühstück im Wert von ungefähr 1.500.- bis 2.000.- Euro?
Siebeck:
Oh nein, Herr Dr. Satori - oftmals ist es wesentlich kostspieliger!
Dr. Satori:
Ihre nächste Gourmetreise führt sie in die Sahelzone - ist das in Ihrem Alter nicht ein wenig gefährlich? Tagsüber Hitze, nachts Kälte…
Siebeck:
Wo denken Sie hin, ich reise selbstverständlich in klimatisierten Düsenjets und habe mir vor Ort ebenfalls klimatisierte Gebäude errichten lassen, die ich nach Vollendung meiner Tätigkeit, den Negerfamilien als Kühlraum für ihre verhungerten Kinder und verstorbenen Großmütter überlassen werde.
Dr. Satori:
Aha - wie kommt ein Restaurantkritiker auf die Idee, in der Sahelzone tätig zu werden? Es gibt dort (meines Wissens nach) nicht allzuviel Restaurants, welche sie kritisieren könnten!
Siebeck:
Karlheinz Böhm hat mich mit seinem Einsatz in Afrika inspiriert…
Dr. Satori:
Aber Karlheinz Böhm brachte den Menschen Essen, bzw. zeigte ihnen, wie sie sich selbst versorgen können - Sie hingegen fressen denen ja alles weg!
Siebeck:
Das sehen Sie vollkommen falsch, Herr Dr. Satori - auch ich werde den Menschen in der Sahelzone zeigen, wie sie sich mit den vorhandenen Kapazitäten gut ernähren können.
Dr. Satori:
Erklären Sie mir Ihr Konzept!
Siebeck:
In der Sahelzone gibt es nicht zu wenig Essbares, sondern zu viel Getier und Gemensch, welches nach Essbarem sucht! Das ist das afrikanische Kernproblem und genau hier muss der Hebel, beziehungsweise die Keule, angesetzt werden…
Dr. Satori:
Wie ist das zu verstehen?
Siebeck:
Stellen Sie sich doch nicht dümmer, als Sie eh schon sind, Dr. Satori.
Dr. Satori:
Gut, werde mir Mühe geben. Erklären Sie uns Ihre Absichten in Afrika.
Siebeck:
Die Säuglings- und Kindersterblichkeitsrate ist in der Sahelzone besonders hoch. Wenn eine Nomadenfamilie sowieso weiß, dass sie ihre Kinder nicht am Leben erhalten kann, sollte die Kinderschar aufgegessen werden, damit das Überleben der verbleibenden Familienmitglieder gesichert werden kann…
Dr. Satori:
Entschuldigung wenn ich Sie schon wieder unterbreche, Herr Siebeck, aber wenn eine Familie sich selbst auffrisst, so ist doch das Überleben der Familie nicht gesichert, sonder eher genau das Gegenteil der Fall…
Siebeck:
Manchmal frage ich mich, wieviel Geld Sie für Ihren Doktortitel bezahlt haben, Herr Dr. Satori. Logik scheint nicht ihre Stärke zu sein. Ich werde es Ihnen an einem anderen Beispiel veranschaulichen. Seit Jahren gibt es in unserem Haushalt Katzen, die zuweilen schwanger werden und werfen. Würde ich den Wurf nicht regelmäßig und vollständig in unserem Swimmingpool ersäufen, würden mir die Viecher die Haare vom Kopf fressen und meine Ersparnisse gingen sukzessive zu Neige. Die Folge wäre, dass wir alle Not leiden würden und womöglich dem Hungertod anheim fallen würden…
Dr. Satori:
…was viele ostdeutsche Restaurantbesitzer sicherlich begrüßen würden…
Siebeck:
Unterlassen Sie einfach Ihre Scherze, Dr. Satori, und hören Sie mir zu. Mein Konzept wird nämlich den Welthunger beseitigen…
Dr. Satori:
Soso - meines Erachtens nach beseitigen Sie keinen Hunger, sondern sorgen schlicht und ergreifend dafür, dass die Menschen, die vermutlich einen Hungertod erleiden werden, vorher von ihren Artgenossen aufgegessen werden.
Siebeck:
Womit der Hunger für die Überlebenden beseitigt wäre und das Gemensch, was bei Nichtaufessung durch seine Familienmitglieder einen Hungertod erleiden würde, erst überhaupt nicht in die verzweifelte Lage käme, jemals Hunger zu verspüren.
Dr. Satori:
Sind Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihrer Methode die Menschenfresserei propagieren?
Siebeck:
Ich propagiere in erster Linie die Beseitigung von Hungersnöten in afrikanischen Ländern!
Dr. Satori:
Haben Sie selbst schon einen Menschen zubereitet und aufgegessen?
Siebeck:
Herr Dr. Satori, ich würde nichts empfehlen, was ich nicht schon selbst ausprobiert hätte! Ich bin 1928 in Duisburg geboren und habe als Jugendlicher die Kriegsjahre miterlebt. Das Kriegsende 1945 erlebte ich als Flakhelfer in Norddeutschland. Wir hatten nicht viel Eßbares im Schützengraben, aber ich hatte noch zwei Flakhelfer, die mir zu Diensten waren!
Dr. Satori:
Wollen Sie damit sagen, dass Sie Ihre eigenen Kameraden aufgefressen haben?
Siebeck:
Nicht nur ich, sondern die ganze Kompanie - allerdings wussten die nichts davon.
Dr. Satori:
Wie haben Sie Ihre Kameraden zubereitet?
Siebeck:
Den Körper der toten Kameraden brühte ich so ab, dass ich die erste Haut herunterziehen konnte. Anschließend bereitete ich alles so zu, wie dies auch bei der Zubereitung von Spanferkeln üblich ist. Alle Teile des Körpers, sogar die Eingeweide, wurden sorgsam gereinigt und dann sofort auf ein mit Feuer unterlegtes Rost gelegt. Dass dabei herunterfließende Fett fing ich immer wieder auf und goss es über meine aufgespießten Kameraden. Menschenfleisch ist dem Schweinefleisch im Geschmack sehr ähnlich…
Dr. Satori:
Ja, danke. Sie brauchen die Art und Weise der Zubereitung nicht näher beschreiben. Andere Frage: Was halten die Afrikaner, denen Sie bei der Beseitigung der Hungersnot behilflich sein wollen, von Ihrer Idee?
Siebeck:
Sie freuen sich, bald keinen Hunger mehr leiden zu müssen.
Dr. Satori:
Vielen Dank für das Interview. *kotz, *würg, *spei

Einige ostdeutsche Restaurantbesitzer dürften diese Variante zur Beseitigung von Hungersnöten in der Sahelzone favorisieren. Ich übrigens auch!
Ja, liebe hochverehrte Leserschaft, das sind die Vorhaben unseres Gourmetpapstes Wolfram Siebeck. Achten Sie darauf, sich nicht in seiner Nähe aufzuhalten, falls ihn spontan der “kleine Hunger” überfällt. Es könnte für Sie zum Nachteil gereichen!
Dr. Satori











Mich hat Siebeck fast ruiniert. Von mir aus kann er gern im Kochtopf landen (wie abgebildet) - ich spendiere den Kochtopf und zünde das Feuer an. Beim Zerlegen werde ich auch gern behilflich sein!
Sehr gelungener Artikel. Gratulation!!
Unglaublich sowas! Dieser blutrünstige Fettsack! Aber was soll man schon von einem Vetter des Gunther von Hagens erwarten?! - Ich hole sofort einen Spaten und machen mich daran eine Falle auszuheben.
Michael *schluchz*, das bin ich Dir schuldig!
Ich weiß schon, warum ich das mit der Bewerbung bei der Bundesgewehr gelassen habe. McRib rulez!
Dieser Siebeck war mir schon immer suspekt.
Schön, dass an dieser Stelle der “ehrenwerte” Herr Siebeck mal wie eine Weihnachtsgans gerupft wird. Er hat es sich wirklich redlich verdient!!
Dieser unsympathische Fettwanst hat mich schon immer genervt!