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Dr. Jörg Haider ist tot (Suff) und ich bin schlaflos

Vorab: De mortuis nihil nisi bene!

Wissen Sie, werte Leserschaft, wie beschissen es ist, Schlafstörungen zu haben? Und das schon seit Wochen!!! Tag für Tag (oder besser gesagt “Nacht für Nacht”), komme ich nicht vor 4h oder 5h Uhr morgens(!!) ins Bett. Es ist mir einfach nicht möglich, zu einem früheren Zeitpunkt einzuschlafen. Jetzt denken Sie wahrscheinlich: “Naja, dafür pennt der dann bis 12h oder 13h mittags!” – NEIN, weit gefehlt! Nach 4 Stunden Schlaf bin ich wieder wach und schleppe mich vollkommen belämmert durch den Tag! Erst abends ab 20h erwachen dann die Lebensgeister wieder…

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Jörg Haider ist tot. Mir raubte er den Schlaf. (Bildquelle: WikiPedia, Pressefoto Jörg Haider)

Meine Mitbewohnerin weiß, dass ich zurzeit dieses Problem habe. Trotzdem entschloss sie sich morgens um ca. 5.30h dazu, mir mitzuteilen, dass sie soeben im Radio gehört hätte, dass der Rechtspopulist Jörg Haider und Vorsitzende des rechtsgerichteten Bündnisses Zukunft Österreich (BZÖ), in seinem Auto VW Phaeton sein Leben ausgehaucht habe. Unfall. Verletzungen im Kopf- und Brustbereich. Keine Überlebenschancen.

Ja toll, werte Mitbewohnerin M. W. – wie wenn Herr Jörg Haider um 10h oder sagen wir mal 11h nicht auch noch tot gewesen wäre. So eine verfluchte Scheiße – weckt die mich deswegen auf. Eine Stunde nachdem ich ins Bett gegangen war und gerade durch das wunderbare Land der Träume schritt.

Interessanterweise hatte ich vor ein paar Tagen die Idee, etwas über Jörg Haider zu schreiben – unter Bezugnahme seines letzten hirnschissigen Vorschlags, eine Sonderanstalt” für kriminelle und kranke Asylbewerber auf einer österreichischen Alm einzurichten,damit diese nichts mehr anstellen können”.

Den Geistesblitz verwarf ich aber umgehend, weil es mir diese Person nicht wert war, ihr auf meinen Seiten auch noch Aufmerksamkeit für solche kranken und kriminellen Ansichten einzuräumen. Selten dämliche und debile Äußerungen eines Österreichers ignoriert man bestenfalls – außerdem ist/war man von Jörg Haider nichts anderes gewohnt. Vermutlich leidete litt (auf besonderen Wunsch eines Stammlesers korrigiert!) er an einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom und jede depperte Verlautbarung war ihm recht, um mal wieder ins Gespräch zu kommen – also ähnlich wie bei mir bezüglich dieses Artikels.

Schlimm an Jörg Heider war eher, dass er viel Anerkennung seitens der Österreicher erfuhr. Aber auch das ist/war nicht sonderlich bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass dieses Land einem der schlimmsten Diktatoren aller Zeiten das Licht der Welt erblicken ließ: Adolf Hitler. Am 15. März 1938 jubelten 250.000 Österreicher auf dem Heldenplatz in Wien ihrem früheren Landsmann Adolf Hitler zu. Nennenswerten Widerstand gegen Adolf Hitler gab es seinerzeit in Österreich nicht, obwohl er das Land quasi überrannt hat – man hat ihm die Schlagbäume hochgehalten.

Ein Jörg Haider passte somit wunderbar in die Alpenregion. Erste Verlautbarungen nach Haiders Tod: “Für uns ist das wie ein Weltuntergang…”.

Und für mich war es einfach nur ätzend, wegen solch einer Lapalie abrupt aus dem wohlverdienten Schlaf gerissen worden zu sein! Ich hätte ja Verständnis gehabt, wenn mich meine Mitbewohnerin wegen eines vor unserem Anwesen überfahrenen Schäferhundes geweckt hätte – aber doch bitteschön nicht wegen dem Rechtspopulisten Haider!

Jörg Haider schlägt aus seinem vorzeitigen Ableben mächtig Profit: Er erscheint nun doch in unserem Magazin “Pseudolus”. Zu Lebzeiten Haiders (und wenn meine Mitbewohnerin mich nicht geweckt hätte), wäre dies für ihn niemals möglich gewesen! Danken kann er mir dies leider nicht mehr, aber vielleicht seine Anhängerschaft oder besser gesagt, das großdeutschösterreichiche Volk. Durchaus besteht die Möglichkeit, dass sich Haider absichtlich aus dem Leben katapultierte, damit er in unserem Online-Magazin erscheinen kann. Auszuschließen ist dies auf gar keinen Fall.

Haider ist jetzt auf dem Weg in seine geplante “Sonderanstalt”. Bleibt zu hoffen, dass er dort auf recht viele “kranke, kriminelle und mit Drogen handelnde Asylbewerber” trifft, damit er ihnen “gutes Österreichisch” beibringen kann und diese dann nicht mehr ihre Zeit mit dem “Herumsitzen in Gasthäusern” verplempern. Haider kann dann “fernab von Trubel und Ballungszentren” diese Klientel hervorragend beobachten.

Nadenn, Herr Haider, viel Vergnügen dabei. Sie waren wirklich ein Geschenk Gottes. Wir sehen uns aber außerstande, dieses Geschenk anzunehmen und geben es aus diesem Grunde wieder zurück.

Da man über Tote nichts Schlechtes sagen soll und darf, an dieser Stelle ein klitzekleiner Auszug von Jörg Haiders Zitaten – sozusagen als Nachruf:

“Es gibt keine wie immer geartete Bedrohungssituation für jüdische Mitbürger.”

(im Abendjournal vom 8. 10. 1999)

“Mit den Schwarzen ist es wirklich so ein Problem. Selbst dort, wo sie die Mehrheit haben, bringen sie nichts zusammen. Da ist einfach wirklich Hopfen und Malz verloren.”

(in Zeit im Bild II vom 1. 3. 1995)

“Frühere Äußerungen, die mir zugeordnet werden, waren unsensibel und missverständlich.”

( in einer Rede in der Wiener Hofburg am 12. 11. 1999)

“Wir geben Geld für Terroristen, wir geben Geld für gewalttätige Zeitungen, wir geben Geld für arbeitsscheues Gesindel und wir haben kein Geld für anständige Menschen.”

(in einer Rede vor SS-Veteranen am 30. 9. 1995 in Krumpendorf)

“Wer nicht gelernt hat zu arbeiten, der wird auch in der Zukunft kein Wohlstandsgebiet aufbauen Haider können, und das muss also auch an die Osteuropäer gesagt werden.”

(in Zeit im Bild vom 1. 5. 1991)

“Das wissen Sie so gut wie ich, dass die österreichische Nation eine Missgeburt gewesen ist, eine ideologische Missgeburt, denn die Volkszugehörigkeit ist die eine Sache und die Staatszugehörigkeit ist die andere Sache.”

(im Inlandsreport vom 18. 8. 1988)

Jörg Haider”Was wir brauchen, ist eine klare und ehrliche Rückbesinnung auf jene Werte und Tugenden, die uns im Wohlfahrts- und Wachstumstaumel der Vergangenheit ein bisschen abhanden gekommen sind. Ich meine Werte wie Fleiß, Leistungswillen, Arbeitsmoral, Disziplin und Ordnung. Ich meine Tugenden wie Bescheidenheit, Gemeinsinn, Sparsamkeit und vor allem Anständigkeit.”

(in Zeit im Bild II vom 5. September 1994)

“Die Entzauberung der ehrenwerten politischen Gesellschaft und ihrer bloßen formaldemokratischen Maskerade eines Parlamentarismus steht an.”

(im Freiheitlichen Pressedienst vom 5. September 1994)

„Diese ganze Entschuldigerei für die Vergangenheit führt letztlich nur dazu, dass in der Bevölkerung Emotionen aufkommen und gefragt wird, was soll das Ganze eigentlich noch nach so vielen Jahrzehnten. Irgendwann muss man auch mal aus der Vergangenheit ausbrechen können.“

(in der Zeit vom 3. 2. 2000)

“Wenn ich einmal etwas gesagt habe, dann meine ich es so.”

(in der Zeit im Bild vom 14. 5. 1991)

Jeder Asylant holt sofort seine Familie nach und lässt sie gesundheitlich sanieren. Auf Kosten der tüchtigen und fleissigen Österreicher.

Kleine Zeitung Graz, 12. Januar 1998

Die Waffen-SS war Teil der Wehrmacht und es kommt ihr daher alle Ehre und Anerkennung zu.

ORF, 19. Dezember 1995

Das Recht der Inländer auf Heimat ist stärker als das Recht der Ausländer auf Familienleben. Deshalb sollten wir von der europäischen Menschenrechtskonvention abgehen.

Salzburger Nachrichten, 6. Oktober 95

Kein Volk kann auf Dauer mit der Kriminalisierung seiner eigenen Geschichte leben, und damit muss auch in Österreich einmal Schluss sein.

Neue Freie Zeitung, 15. Januar 1992

Die, die da hinten schreien, werden – wenn ich etwas zu sagen habe – ihre Luft noch brauchen. Zum Arbeiten.

Der Standard, 5.10.1994

Na, das hat’s im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muss man auch einmal sagen.

Rede vor dem Kärntner Landtag, 13. Juni 1991

Der Hitler war kein nationaler Mensch. Einer, der national ist, schenkt doch nicht Südtirol her.

taz, 11. Januar 1989

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Herr Jörg Haider, eine gute Reise in die Ewigkeit. Vergessen Sie Ihr Visum nicht, denn ab sofort sind Sie auch Ausländer…

Dr. Satori.


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