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Jahresrückblick: 2009 wird zu Grabe getragen.

Bald ist es wie­der soweit: Ker­ner, Beck­mann, Maisch­ber­ger und Co. wer­den uns mit trau­ma­ti­sie­ren­den Jah­res­rück­bli­cken zuschei­ßen – die Trä­nen­drü­sen der Fern­seh­zu­schauer wer­den Über­stun­den leis­ten müs­sen, wenn Johan­nes B. Ker­ner mit wei­ner­li­cher Stimme auf den selbst­ge­wähl­ten Frei­tod des natio­na­len Ball­hal­ters „Robert Enke“ hin­wei­sen wird. Zwi­schen­durch Wer­be­ein­blen­dun­gen der Deut­schen Bahn und grenz­de­bi­les Pro­dukt­pla­ce­ment der Ratiopharm-Zwillinge, wel­che die her­vor­ra­gen­den Anti-Depressiva-Medikamente ihres Arbeit­ge­bers manisch anprei­sen werden.

Man kann es nicht leug­nen: 2009 gab schon eini­ges her: Der wie­der­ge­wählte Bun­des­kanz­ler hat immer noch leicht femi­nine Züge und trägt Frau­en­kla­mot­ten mit übergro­ßen Knöp­fen, unser Außen­mi­nis­ter ist schwul, der Finanz­mi­nis­ter sitzt im Roll­stuhl und hat lei­der ver­ges­sen, dass er sei­ner­zeit von einem all­seits bekann­ten Waf­fen­händ­ler 100.000 € ange­nom­men hatte. Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter ist Viet­na­mese. Die Schüt­zen­grä­ben wer­den fortan von einem aal­glat­ten und stets frisch­ge­gel­ten Adli­gen betreut, der die von sei­nen Eltern ver­ab­reich­ten Vor­na­men gerade noch an sei­nen Fin­gern abzäh­len kann. Das ist mitt­ler­weile Deutsch­land – da muss man sich schon fra­gen: Bin ich oder bist Du über­haupt noch Deutschland?

Für viele Unter­neh­men, die seit Jah­ren mit rot­ge­färb­ten Zah­len glän­zen, war 2009 ein her­aus­ra­gen­des Jahr. End­lich eine Aus­rede für schlech­ten Füh­rungs­stil und Miss­ma­nage­ment: Die welt­weite Finanz­krise wird zum omni­po­ten­ten Sün­den­bock deklariert.

Mer­kel lässt abwra­cken, um das Ster­ben der umwelt­ver­schmut­zen­den Auto­in­dus­trie ein wenig zu ver­län­gern. Ein Volk im leta­len Ver­schrot­tungs­wahn­sinn. 10 Jahre alte Autos wer­den mit 2.500 € sei­tens Regie­rung ver­gü­tet, obwohl viele die­ser oft­mals noch gut erhal­te­nen Karos­sen auf dem pri­va­ten Auto­markt bis zu 4.000 € ein­ge­bracht hät­ten. Abwra­cken hat sich zu einer deut­schen Trend­sport­art ent­wi­ckelt. Der Pharma-Mogul Adolf Merckle ließ sich zu Anfang des Jah­res 09 höchst­per­sön­lich abwra­cken, indem er sich in Blau­beu­ren (300 Meter von sei­ner Villa ent­fernt) von einem Zug über­rol­len und zer­le­gen ließ. Ein Abgang auf Kos­ten eines anderen!

2009 – ein rundum erfolg­rei­ches Jahr. So schaffte der Neo­nazi, Holo­caust­leug­ner, Poli­ti­ker und Finan­zier der NPD „Jür­gen Rie­ger“, end­lich den Aus­stieg aus der rechts­ex­tre­men Szene. Gratulation!

Was pas­sierte noch in dem bald ver­gan­ge­nen Jahr? Immo­bi­li­en­preise für Pro­jekte im Umkreis von Schu­len, san­ken dras­tisch. Dafür sorgte Tim K. - sei­nes Zei­chens Blutbad-Aktivist von Win­nen­den. Die 16 Opfer des Amok­laufs wur­den von BILD, Stern, Focus und ande­ren voy­eu­ris­ti­schen Medien, mehr­fach in ihre Ein­zel­teile zer­legt und aus­ge­nom­men, so, wie ein Schlach­ter­meis­ter seine durch Bol­zen­schüsse erleg­ten Sauen aus­beint, die Inne­reien ent­fernt, das Blut aus den Hals­schlag­adern her­aus­lau­fen lässt und den Würs­ten bei­mengt. Win­nen­den war ein blut­über­ström­tes Schlacht­fest für die Presse.

Am 7. Juli 09 wurde „The King of Pop“ zu Grabe getra­gen – lei­der nicht voll­stän­dig, sein Gehirn kam mit Ver­spä­tung zur Grab­stätte. Michael Jack­sons geplan­tes Come­back musste aus die­sem Grund kurz­fris­tig ver­scho­ben wer­den – bes­ser hätte es für ihn nicht lau­fen kön­nen, denn der Gebleichte hätte sein für dies Jahr geplan­tes Come­back nie und nim­mer durch­ge­hal­ten – er wäre ver­bli­chen. Fett­lei­bige Ame­ri­kan­ne­rin­nen, deren Kin­der in den 90er Jah­ren auf Micha­els Schoß in der Neverland-Ranch saßen, muss­ten den Traum vom gro­ßen und leicht­ver­dien­ten Geld beer­di­gen. Nun­mehr sit­zen sie frus­triert, chipf­res­send und fern­seh­schau­end vor einem Mul­ti­me­dia­ge­rät und suchen sich via Inter­net einen kos­ten­güns­ti­gen XXL-Sarg für die eigene Bestat­tung aus.

Achja, fast ver­ges­sen: Die ima­gi­näre Schwei­ne­grippe. Erfreu­li­che Neben­wir­kung: Der Schwei­zer Pharma- und Dia­gnos­tik­kon­zern Roche hat den Umsatz im ers­ten Quar­tal 2009 um 7 Pro­zent auf 11,58 Mil­li­ar­den Fran­ken stei­gern kön­nen – Grund: Das von dem Arz­nei­mit­tel­gi­gan­ten her­ge­stellte Medi­ka­ment Tamiflu, wel­ches dafür Sorge tra­gen soll, dass die Sterb­lich­keit bei Men­schen, die sich den Influenza-A-Virus mit der Bezeich­nung H1N1 ein­ver­leibt haben, gesenkt wird. Nach­ge­wie­sen wer­den konnte dies jedoch in kei­ner ein­zi­gen Stu­die. Was aber belegt wer­den konnte, waren die Neben­wir­kun­gen: Krämpfe, Deli­rien, Hal­lu­zi­na­tio­nen, Erbre­chen, Übel­keit und Tod. Ver­mut­lich hätte kein ein­zi­ger Mensch an der Schwei­ne­grippe ster­ben müs­sen, wäre ihm nicht Tamiflu ver­ab­reicht worden.

Zum guten 2009er Schluss wurde Ber­lus­co­nis 73-jährige Hack­fresse noch­mals ordent­lich auf­po­liert – eine im Tes­sin ansäs­sige Schön­heits­kli­nik freut sich bereits dar­auf, die Lügen­nase des ita­lie­ni­schen Pre­mier­mi­nis­ters wie­der in Form brin­gen zu dür­fen, damit der greise Lust­molch auch 2010 seine Nase (und andere schwanz­för­mige Kör­per­teile) in 40 Jahre jün­gere Frauen ste­cken kann.

Nun liegt 2009 in den letz­ten Zügen und wird, wie alle ande­ren Jahre zuvor, am 31. Dezem­ber unter lau­tem Getöse explo­si­ons­ar­tig und mit reich­lich Alko­ho­lika ent­sorgt wer­den. Fred­die Frin­ton wird zum mil­li­ons­ten Mal über den Kopf eines aus­ge­leg­ten Tiger­fells stol­pern und zuneh­mend lal­lend seine Arbeit­ge­be­rin fra­gen: „The same pro­ce­dure as last year, Miss Sophie?“. Diese wird zum mil­li­ons­ten Mal ant­wor­ten: „The same pro­ce­dure as every year, James!“.

Dr. Satori

Ein Kommentar zu "Jahresrückblick: 2009 wird zu Grabe getragen."

  • GMU

    Wie gut, dass ich keine Zeit für’s Fern­se­hen habe, weder New­sei­ten noch Zei­tung lese. - So habe ich also über­haupt kein Plan, was in unse­rer Poli­tik momen­tan abgeht, egal ist’s eh, alles der­selbe Abschaum, wurscht ob Schwuch­tel, Schlitz­auge oder Krüp­pel. - Naja, obwohl mir der Frei­herr davon noch am sym­pa­thischs­ten erscheint, aber mit­be­kom­men tue ich, wie schon getippt, eh nüschts.

    Der könnte mir viel­leicht ‘mal ‘n Pan­zer abtre­ten, ein­mal durch’s Bran­den­bur­ger Tor gerollt, Stel­lung bezo­gen und Feuer Frei!

    Wer war eigent­lich Robert Enke? ‘N depres­si­ver Fuß­bal­ler, so what - hät­ten sich ‘mal all die Heul­su­sen lie­ber auch gleich vor einen Zug gewor­fen, bes­ser wär’s, denn sie sind alle Deutsch­land - und viel­leicht hät­ten sie damit ein paar Arbeits­plätze frei­ge­macht, Hurra.

    2010, Schnee­matsch und Kälte, Glückwunsch.

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