Interview mit Helge Schneider
Ja, kaum zu glauben, aber wahr. Nach über 10-jähriger Anfrage an Herrn Schneider erklärte sich selbiger endlich bereit, uns (für 30 Euro) als Interviewpartner Rede und Antwort zu stehen. Dies verursachte in der Redaktion ein “Kribbeln im Bauch” welches sich in Schriftform nicht festhalten lässt – aus genau diesem Grunde wird diesbezüglich auch kein Versuch unternommen. Helge Schneider und Dr. Satori – der wahrscheinliche Beginn einer langanhaltenden Beziehung.

Endlich gewährte uns Helge Schneider eine Audienz.
Der Giftspritzer:
In der internationalen Presse konnte man immer wieder lesen, dass Sie sich als Literaturwissenschaftler und Fremdenlegionär nicht sonderlich investiert haben, sprich, keinen Namen gemacht haben. Dies erstaunte unsere Redaktion. Warum haben Sie diesbezüglich nicht Ihre Meinung kundgetan??
Helge Schneider:
Ich hatte keinen Bock…
Der Giftspritzer:
Aber Herr Schneider, hat man als Literaturwissenschaftler nicht auch eine Verpflichtung der Öffentlichkeit gegenüber? Ihre Meinung in Sachen Völkerverständigung sollte doch unbedingt dem Volke offeriert werden. Zwischen einem Wissenschaftler und den Wissbegierigen muss doch ein symbiotisches Verhältnis aufrecht gehalten werden. Was für ein Grund hätte denn sonst solch ein aufwändiges Studium?
Helge Schneider:
Ich bin kein Literaturwissenschaftler…..
Der Giftspritzer:
Sind Sie sicher?
Helge Schneider:
Ja, schon. Aber nicht absolut – absolut sicher bin ich mir da wirklich nicht.
Der Giftspritzer:
Na ja, Sie müssen es ja wissen. Als Fremdenlegionär gehört man einer französischen Freiwilligentruppe an. Diese Truppe besteht zur Zeit aus nur noch 8.000 Mannen – bis vor wenigen Jahren waren es noch 35.000 Freiwillige, welche sich entschieden haben, Kriege zu verhindern – so jedenfalls der für die Öffentlichkeit bestimmte Jargon. Einsatzgebiete dieser Elitetruppe finden sich z.B. (in Form eines Objektschutzes) im Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana.
Herr Schneider, Ihr Engagement für die Fremdenlegion. Wie sah es aus? Haben Sie Menschen umgebracht und Frauen vergewaltigt?
Helge Schneider:
Also eigentlich, ich weiß nicht. Ich glaube aber, einige Leute um den Verstand gebracht zu haben. Aber Fremdenlegionär – watt is´n datt genau???
Der Giftspritzer:
Herr Schneider, was treibt einen Menschen in die 1831 gegründete Freiwilligentruppe von Legionären, welche es sich zum Ziel gesetzt haben, Kriege zu verhindern? Wo lag Ihre persönliche Motivation?
Helge Schneider:
Weiß ich auch nicht. Also ich würde da nicht mitmachen. Muss ja absolut langweilig sein, Kriegsverhinderung?? Hieße ja, dass die Jungs dort hingehen, wo derzeit Frieden herrscht – in einem Kriegsgebiet kann schließlich kein Krieg mehr verhindert werden, da schon vorhanden. Kein Wunder, dass da nur noch 8.000 Leute mitspielen. Bin mir sicher, dass dies noch weniger werden. Mit solch einer PR. Ne. Beschissene Agentur. Männer wollen getötet werden – egal wie. Selbiges funktioniert aber nicht in Friedensgebieten, da dort das falsche Publikum vorhanden.
Der Giftspritzer:
Ah ja. Aber wieso sind Sie dann zur Fremdenlegion gegangen??
Helge Schneider:
Dort war ich nie. Würde mir auch keinen Spaß machen.
Der Giftspritzer:
Herr Schneider, Sie sind ein schwieriger Interviewpartner.
Helge Schneider:
Ich hab doch noch nicht viel gesagt.
Der Giftspritzer:
Richtig, aber die Antworten, welche Sie gegeben haben waren schlicht und ergreifend falsch. Kann es sein, dass ich ein völlig verzerrtes Bild von Ihnen habe?
Helge Schneider:
Weiß ich nicht. Haben Sie denn schon fotografiert?
Der Giftspritzer:
Herr Schneider, wir sind nicht zum Spaß hier. Ich bekomme pro Zeile 60 Cent. Dies werde ich mir auch nicht durch Ihre Person vermasseln lassen.
Helge Schneider:
Danke auch noch für die 30 Euro in der Kneipe. Hab ich bislang was Falsches gesagt? Wieso nennen Sie mich eigentlich immer Herr Schneider?
Der Giftspritzer:
Herr Schneider, es ist wohl ein Ausdruck der Höflichkeit und Achtung, dass man sein Gegenüber namentlich anspricht!
Dr. Iwan Dimitrowitz:
Ja, schon. Aber warum mit einem falschen Namen? Ich heiße Dr. Iwan Dimitrowitz und bin seit 1967 Bergbauarbeiter in Mühlheim an der Ruhr.
Herr Schneider, wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!
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